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Tipps für angehende Spieleautoren

Wie kann ich mein Spiel sichern?

Wer einem deutschen Spieleverlag seinen Spieleentwurf schickt, braucht nach meinen Erfahrungen keine große Angst zu haben, dass sein Spiel gestohlen wird. Die Verlage sind seriös, und es gab in der Vergangenheit kaum Probleme in dieser Richtung. Wer sich dennoch so gut wie möglich absichern möchte, kann Fotos des Spielmaterials und die Spielregel mit Datum bei einem Notar hinterlegen, die Unterlagen an das Deutsche Spielarchiv in Nürnberg einsenden oder einen versiegelten Umschlag mit den Unterlagen an sich selbst schicken – am besten mit der Unterschrift eines Zeugen auf der Spielregel. Weitere Informationen bekommen Mitglieder der Spiele-Autoren-Zunft e.V. (SAZ) über die interne Schriftenreihe "SAZ-Zeichen". Bei der SAZ kann man auch das Buch von Tom Werneck "Leitfaden für Spieleerfinder" bestellen. Mehr Infos unter www.spieleautorenzunft.de.


Wem soll ich mein Spiel schicken?

Um beurteilen zu können, in welches Verlagsprogramm ein Spiel am ehesten passt, benötigt man einige Erfahrung. So macht es beispielsweise keinen Sinn, ein komplexes Erwachsenenspiel einem Verlag anzubieten, der nur Kinderspiele oder Familienspiele veröffentlicht. Auch das Thema ist wichtig. Wenn es in Ihrem Spiel beispielsweise um Piraten geht, sollten Sie das Spiel nicht einem Verlag anbieten, der schon ein Piratenspiel in seinem Programm hat. Um sich zu informieren, empfehle ich einen Besuch der Autorentreffen in Göttingen oder Haar und die Spieletage in Essen. Diese Veranstaltungen (s.u.) werden auch von Redakteuren der Verlage besucht und vielleicht erhalten Sie Gelegenheit, Ihr Spiel gleich mit einem Verlagsvertreter zu spielen.

Wenn Sie Ihr Spiel einem Verlag geschickt haben, dauert es in der Regel etwa sechs Wochen, bis Sie eine erste Nachricht erhalten, in der Sie darüber informiert werden, dass Ihr Spiel beim Verlag angekommen ist. Danach brauchen Sie etwas Geduld. Es kann ein paar Monate, aber auch ein Jahr dauern, bis der Verlag eine Entscheidung fällt, ob er Ihr Spiel in sein Programm aufnehmen möchte.

Manche schicken daher ihr Spiel gleich mehreren Verlagen. Das ist nicht verboten. Aber seien Sie fair und teilen Sie das den Verlagen mit. Weiter unten auf dieser Seite erfahren Sie die Adressen von Verlagen.


Wie soll ich mein Spiel gestalten?

So schön wie möglich!

Es gibt Spielverlage, die täglich 10(!) Spielentwürfe zugeschickt bekommen. Klar, dass die Redakteure ein Zeitproblem haben, alle Spielentwürfe zu testen. Je besser der optische Eindruck Ihres Spieles ist, umso größer ist die Chance, dass sich ein Redakteur intensiver mit Ihrem Spiel beschäftigt.

Wenn Sie nur einen Zettel schicken, auf der zur Hälfte Ihre Idee beschrieben ist und auf der anderen Hälfte Ihre Honorarforderungen formuliert sind, wird sich dieser Zettel schnell im Mülleimer wieder finden.

Wichtig ist auch, dass Ihre Regel verständlich geschrieben ist und keine Regellücken aufweist. Geben Sie Ihre Regel, bevor Sie das Spiel abschicken einem Freund zu lesen, der Ihr Spiel nicht kennt. Sie werden staunen, was er alles nicht versteht!


Die Spiele-Autoren-Zunft e.V. (SAZ)

Die SAZ ist ein internationaler Zusammenschluss von Spieleautoren, die sich ihren gemeinsamen Interessen widmen und diese auch in der Öffentlichkeit vertreten wollen. Die SAZ hat drei wesentliche Ziele: Förderung der Interessen der Spieleautoren, Förderung des Spiels als Kulturgut, Förderung des Gedankenaustauschs unter den Spieleautoren und Erzeugung einer Einheit unter den Autoren (das „Wir-Gefühl“).

Was kann die SAZ ihren Mitgliedern bieten? Sie stellt alle Informationen, die ihr zugänglich werden, die Ergebnisse von Ausarbeitungen oder Gutachten, die der Verein ausführt oder in Auftrag gibt, den Mitgliedern zur Verfügung. Sie tritt mit allen Forderungen, die die Mitglieder gemeinsam vertreten wissen wollen, an die zuständigen Stellen heran. Sie ist sozusagen die Lobby der Spieleautoren. Nur wer der SAZ beitritt, erhält folgende Broschüren:

SAZ-Zeichen 1

Lizenzverträge – Diese kleine Broschüre enthält wichtige Punkte für Vertragsverhandlungen der Autoren mit Spieleverlagen.

SAZ-Zeichen 2

Gutachten über Rechtsschutz für Spiele.

Der Beitritt zur SAZ kostet EUR 60,– pro Jahr. Sie brauchen übrigens noch kein Spiel veröffentlicht zu haben, um dem Verein beizutreten. Es genügt, dass Sie sich als Spieleautor(in) fühlen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der SAZ.


Literatur und Veranstaltungen für Spieleautoren

Leitfaden für Spieleerfinder

In diesem äußerst empfehlenswerten Buch von Tom Werneck erfahren Sie auf sehr unterhaltsame Weise alles, was Sie als Spieleautor(in) wissen müssen. Sie können das Buch über die Geschäftstelle der SAZ (geschaeftsstelle@spieleautorenzunft.de) beziehen.

Taschenbuch Spiel

Hier finden Sie Adressen von Spieleverlagen, ein Verzeichnis aller lieferbaren Spiele, und vieles mehr. Sie können das Buch unter www.merz-verlag.com bestellen.

Fairplay

Diese Zeitschrift existiert seit 1987. Die idealistischen Macher dieser Zeitung sagen über sich selbst: „Natürlich sind wir ehrlich, wenn ein Spiel nichts taugt, dann schreiben wir es auch … Und wenn's ein Spiel verdient, dann sind wir auch bissig und ironisch. Ist das nicht gerecht?“
Mehr Informationen erfahren Sie unter www.Fairplay-online.de.

Spielerei

Die Zeitschrift rund ums Spiel beschreibt seit 1986 hauptsächlich Spiele aus Kleinverlagen und Kleinproduktionen von Autoren. Verlags- und Autorenportraits, sowie Hintergrundberichte aus der Spielszene runden den Inhalt des Magazins ab.
Mehr Informationen erfahren Sie unter www.spielerei.de.

Das Spiele-Buch

Dieses Spiel ist ein Muss und Genuss für jeden Liebhaber von Spielen. Auf knapp 300 Seiten werden alte und neue Spiele vorgestellt. Johann Rüttinger hat die Vorlage des Autors Erwin Glonnegger so wunderschön und liebevoll gestaltet, dass das Buch von der Stiftung Buchkunst zu Recht mit dem Prädikat „eines der schönsten Bücher“ prämiert wurde.
„Das Spiele-Buch“ von Erwin Glonnegger, Drei Magier Verlag, ISBN 3-9806792-0-9

Spielbox – das Magazin zum Spielen

In diesem sehr schön aufgemachten Magazin erfahren Sie mehr über die Spieleszene. Aktuelle Spiele werden besprochen, es gibt ein Spiel im Heft und Berichte über Verlage und Autoren. Sie können das Magazin über www.Spielbox.de bestellen.

Spielwiese

Nicht nur Österreichern ist die Spielwiese zu empfehlen. Besonders wegen des immer aktuellen und sehr informativen Newsletters, der Abonnenten der Spielwiese in recht kurzen Abständen über alle Neuigkeiten in der Spieleszene informiert. Mehr Informationen erfahren Sie unter www.spielwiese.at.

Spieleautorentagung

Nach jeder Tagung wird ein Buch veröffentlicht (im Oktober des betreffenden Jahres), in welchem man die Ergebnisse der Tagung nachlesen kann. Mehr Informationen erfahren Sie unter spieleautorentagung.de.