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CATAN - Die Legende der Eroberer - Vorschau - Teil 6

7. Dezember 2018
Klaus Teuber

Die Story zu "CATAN - Die Legende der Eroberer" - Kapitel 2 – 1. Teil

Einleitung

Unter dem Befehl von Kriegsherr Roven war es den Catanern gelungen, den Vormarsch des feindlichen Heeres zu verzögern. Rechtzeitig, bevor die Verluste der catanischen Truppen zu groß zu werden drohten, zog sich Roven mit einem Großteil der Bevölkerung des Nordwestens in den nordöstlichen Teil der Insel zurück.

Captain Wyler

Thora war bereit, den Captain zu empfangen. Eine Wache führte einen drahtigen, älteren Seemann in ihre Amtsstube, dessen wettergegerbtes Gesicht von vielen, auf See verbrachten Jahren zeugte.

„Ich grüße euch, Captain Wyler. Ich hoffe, ihr hattet eine gute Überfahrt und seid mit euren Handelsgeschäften zufrieden.“

Captain Wyler musterte die aufrecht und stolz vor ihm stehende catanische Herrscherin mit einem verschmitzten Lächeln: „Oh, Handelsgeschäfte? Na sicher, deswegen bin ich ja hier. Aber diesmal geht es um etwas mehr. Ich handle im Auftrag meines Königs, der euch grüßen lässt und euch ein ganz besonderes Geschäft vorschlagen möchte.“

Thora spitzte die Ohren. Captain Wyler kam aus einem Land der alten Welt, mit dem Catan seither gute Handelsbeziehungen unterhielt. Wenn der König dieses Landes ein Geschäft vorschlug, könnte das vielleicht hilfreich im Kampf gegen die Eroberer sein. Es schien, als hätte der Captain die Gedanken Thoras erraten.

„Mein König will euch im Kampf gegen eure Feinde unterstützen. Als Zeichen seiner Freundschaft und seines guten Willens schenkt er euch drei mit Kanonen bewaffnete Karavellen. Sie liegen unten im Hafen. Ihr könnt sie jederzeit mit euren Leuten bemannen. In den Bäuchen der Schiffe werdet ihr weitere Kanonen, Rüstungen, Armbrüste und Langbogen finden, mit denen es euren Kämpfern gelingen sollte, den Vormarsch eurer Feinde zu stoppen.“

Thora konnte ihr Glück kaum fassen. Handelte es sich hier um das Wunder, auf das sie gehofft hatte?

„Captain Wyler, das klingt sehr großzügig von euch. Ihr spracht aber von einem Geschäft. Also, wo ist der Haken? Und warum schickt euer König nicht gleich Truppen, die uns im Kampf unterstützen, wenn er offensichtlich so sehr an unserer Unabhängigkeit interessiert ist?“

Wyler sah Thora aufrichtig in die Augen.

„Unser König kann nicht offen für euch Partei ergreifen, weil er derzeit keinen Krieg mit dem Land riskieren möchte, das eure Insel zu erobern trachtet. Aber er will auch nicht, dass Catan in die Hände eines seiner größten Konkurrenten in der alten Welt fällt. Und zu eurer zweiten Frage: Natürlich handelt unser König nicht uneigennützig. Sonst wäre er nicht König. Er verlangt für die Schiffe und Waffen eine adäquate Menge Bernstein und Wein, der auf den Hängen eurer schönen Insel so vortrefflich reift. Die Mengen können unsere Unterhändler aushandeln. Wenn ihr bei meinem nächsten Besuch die vereinbarten Mengen beschafft habt, werden wir euch mit weiteren, hochwertigen Waffen und Rüstungen beliefern.“

Thora ließ sich das Angebot durch den Kopf gehen. Bernstein wurde an vielen Orten Catans gefunden und hatte auf der Insel keinen besonders hohen Wert. Selbst weniger begüterte Familien konnten sich Bernsteinschmuck leisten. Unter den gegebenen Umständen waren die Menschen sicher bereit, ihren Bernsteinschmuck für ihre Unabhängigkeit zu opfern und eine Zeitlang auf den Genuss catanischen Weins zu verzichten.

„Wenn ihr keine unverschämt hohen Mengen Bernstein und Wein verlangt, sind wir uns handelseinig. Bevor ihr jedoch geht, beantwortet mir noch eine Frage: Warum steht Catan plötzlich so sehr im Interesse der Länder der alten Welt?“

„Könnt ihr euch das nicht denken, werte Thora? Zum einen ist Catan eine reiche Insel, zum anderen liegt sie genau zwischen der alten und der vor über 20 Jahren entdeckten, neuen Welt im Westen. Eure Feinde brauchen eure Insel als Stützpunkt für ihre Fahrten zwischen beiden Welten. Mein König ist sich übrigens sicher, dass ihr ihm auf Grund seiner Freundlichkeit einen Stützpunkt gewähren werdet.“

Thora hatte die versteckte Drohung verstanden. Dieser König handelte gewiss nicht uneigennützig. Aber solange sie die Unabhängigkeit Catans retten konnte, war ihr jedes Zugeständnis recht.



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