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CATAN - Die Legende der Eroberer - Vorschau - Teil 2

9. November 2018
Klaus Teuber

Die Story zur Legende der Eroberer - Kapitel 1 – 1. Teil

Einleitung

Wir schreiben das Jahr 670 nach der Ankunft der ersten Siedler auf Catan. Eine Flotte, bestehend aus vielen mit Kriegsleuten beladenen Karavellen, war auf ihrem Weg nach Catan gesichtet worden.

Thora

Thora starrte aus dem Fenster. Dunkle, regenschwangere Wolken trieben über die Landschaft und hüllten sie in ein tristes Grau. Grell zuckte ein Blitz zur Erde, bald gefolgt von einem tiefen Grollen. Ein düsteres Schauspiel, so düster wie Thoras Gedanken, die sich verzweifelt um die Frage drehten, wie es dazu kommen konnte, dass ihre geliebte Heimat Catan am Abgrund stand.

Thora erinnerte sich an die schriftlichen Überlieferungen, die sie in ihrer Jugend gelesen hatte.

Nach der Ankunft ihrer Vorfahren auf Catan hatte das Schicksal – jeweils im Abstand von vielen Jahrzehnten - noch andere Seefahrer aus der alten Welt auf ihre Insel verschlagen. Meist waren es schwere Stürme, die stolze Seefahrer zu hilflosen Schiffbrüchigen degradierte und sich derer an den catanischen Küsten entledigten. Andere Seefahrer hatten sich auf Grund mangelnder Navigationsmittel schlichtweg verirrt und erreichten mit großem Glück halbverdurstet und abgemagert die rettenden Gestade Catans.

Nicht immer waren die Neuankömmlinge den Inselbewohnern wohlgesonnen, mussten sich aber letztlich mit ihren Gastgebern arrangieren. Denn den meisten der unglücklichen Seefahrer erschien es aussichtslos, mit ihren wenigen, heil gebliebenen Langschiffen die weite, gefahrvolle Rückreise in ihre Heimat lebend zu überstehen.

Thora erinnerte sich noch gut an manche Abende ihrer Kindheit, an denen die Großmutter ihr und ihren Geschwistern, mit lebhaften Gesten untermalt, spannende Geschichten erzählte. Eine davon handelte von einem Tag, an dem die Großmutter selbst noch ein Kind war. „An diesem Tag“, erzählte die Großmutter damals, „fuhren Schiffe in den Hafen unserer Hauptstadt ein, wie sie zuvor noch kein Cataner gesehen hatte. Es waren mächtige, dickbäuchige Schiffe. Bis zu vier riesige Masten trugen Segel, die locker ein ganzes Gehöft hätten überdecken können.“

Thora schmunzelte. Natürlich hatte ihre Großmutter damals heftig übertrieben. Aber die Karavellen, wie die fremden Seefahrer ihre Schiffe nannten, waren absolut hochseetauglich und trugen die Besatzung weitaus weniger gefahrvoll zurück in ihre Heimat als die bisher den Catanern bekannten Langschiffe.

Damals, vor inzwischen fast 100 Jahren war Catan von der alten Welt entdeckt worden und wurde seitdem regelmäßig von ihren Seefahrern besucht.
Ein Blitz schlug in einen Turm des Ratsgebäudes ein und der fast gleichzeitig dröhnende Donnerhall ließ Thora erzittern. War das ein schlechtes Omen für die Zukunft?

Thora beruhigte sich.

Sie musste sich eingestehen, dass der beständige Kontakt mit der alten Welt den Catanern in den ersten Jahrzehnten nach der Entdeckung ihrer Insel nicht zum Nachteil gereicht hatte. Der Handel mit der alten Welt ließ Catan erblühen. Nicht nur Handelswaren und Rohstoffe wechselten gewinnbringend ihre Besitzer, auch ein reger Wissensaustauch fand statt. So entstanden auf Catan bald Aquädukte, die frisches Wasser in die Städte brachte; Zünfte und Handelshäuser belebten die catanische Wirtschaft und erst vor ein paar Jahren war in der Hauptstadt Catans die erste Universität der Insel errichtet worden.

Der Reichtum Catans lockte jedoch nicht nur friedliebende Händler an. Auch gierige Abenteurer kamen. Anfangs plünderten sie in kleinen Gruppen catanische Landstriche und kehrten mit fetter Beute auf ihre Schiffe zurück. Dabei gingen sie brutal und gewissenlos vor, was ihnen bei den Catanern den Schimpfnamen „Barbaren“ einbrachte.

Als die Barbaren immer zahlreicher und dreister wurden und sogar eine Stadt plünderten und brandschatzen, beschloss der Catanische Rat, ein stehendes Heer aufzustellen und die Flotte zu verstärken. Es gelang den Catanern schließlich, die marodierenden Horden in ihre Schranken zu verweisen; die Überfälle der Barbaren waren seitdem weit weniger erfolgreich.

Doch jetzt ist alles anders, dachte Thora. Ein neues Kapitel der catanischen Geschichte hatte begonnen. Es war kein verheißungsvolles Kapitel …



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