Die offizielle Website zu Die Siedler von Catan

Teil 1: Wie man einen Spieleautor kennen lernt

 
20. August 2009
Gero Zahn

Auf der „Über uns“-Seite hier im Catanism-Blog oder auf auf Catan.de steht zu meiner Person die vollmundige Berufsbezeichnung „Web Content Manager“ (bzw. stand bei Erstveröffentlichung dieses Blogbeitrags im August 2009). Was genau dies außer der offensichtlichen „Aufzucht und Hege von Webseiten“ umfasst, werde ich beizeiten in einem weiteren Blog-Artikel genauer beleuchten.

Viel interessanter ist jedoch wohl: Wie wird man eigentlich der Webverantwortliche einer kleinen, familiären Firma wie der Catan GmbH? Diese Geschichte reicht nunmehr 12 Jahre zurück. In diesem ersten Teil will ich beschreiben, wie der persönliche Kontakt zwischen mir und Klaus zu Stande kam.

Während meiner Zeit als Informatikstudent war mein Freundeskreis seit Veröffentlichung des Spiels „Die Siedler von Catan“ im Herbst 1995 unheilbar mit dem Siedler-Fieber infiziert, und kaum ein Spieleabend ging ohne Catan zu Ende. Auf der anderen Seite interessierte ich mich schon damals für HTML und hatte auch eine private Homepage online gestellt. Dies waren die Pionierzeiten für den „Cyber-Exhibitionismus“ des Web 1.0: „Mein Name, mein Haustier, meine Hobbys“ – für jeden abrufbar, der damals bereits einen internetfähigen Computer besaß.

Roter Planet Teil 1: Wie man einen Spieleautor kennen lernt

Space-Siedler: Roter Planet

Dann, eines schönen Tages im Sommer 1997, schauten mein guter Freund Markus und ich gedankenverloren in den Siedler-Karton. Neben vielem anderem verbindet uns, dass wir beide große Science-Fiction Fans sind: Star Trek, Star Wars, Kampfstern Galactica – Weltraumabenteuer waren und sind bis heute unsere Passion. Und so blickten wir auf die Sechseck-Landschaften aus Bergen, Wiesen und Feldern – und unwillkürlich schoss uns der Gedanke durch den Kopf, wie das Spiel wohl aussähe, wenn es nicht in mittelalterlichen Zeiten im Wikinger-Milieu spielte, sondern wenn es wortwörtlich im Weltraum angesiedelt wäre – und ob wir uns so etwas wohl selbst basteln könnten.

Nach etwas Brainstorming wurden wir uns klar darüber, dass wir am Spielprinzip nichts verändern wollten: Wir wollten uns nicht anmaßen, die bewährte Spielmechanik zu beeinflussen, sondern lediglich dessen visuelle Stimmung unter Umbenennung aller Objekte und Rohstoffe in den Weltraum verlagern. Markus fand eine wundervolle Shareware-Grafiksoftware, mit der ich die ersten grafischen Entwürfe unseres „Space-Siedlers“ erstellte.

Blauer Planet Teil 1: Wie man einen Spieleautor kennen lernt

Space-Siedler: Blauer Planet

Mit entsprechenden Ausdrucken in der Tasche stand ich im Oktober 1997 auf der „Spiel ’97“-Spielemesse in Essen am Stand des Kosmos Verlages: Auch wenn unsere Adaption ein reines Hobby-Projekt darstellte, wollte ich doch unbedingt Klaus Teubers Meinung dazu hören: Hätte er zu diesem Zeitpunkt rigoros jede abgeleitete Arbeit untersagt, hätten wir dies klaglos akzeptiert.

Unglücklicherweise verfehlten wir uns, und so gab ich stattdessen Horst-Rainer Rösner vom Siedlerclub meine Entwürfe mit, der fest versprach, sie an Klaus Teuber weiterzuleiten. Und siehe da: Wenig später lag ein persönlicher Brief von ihm in meinem Briefkasten. Klaus (mit dem ich damals natürlich noch nicht per Du war) versicherte mir, dass er nichts gegen ein solches Hobby-Projekt einzuwenden hatte – und dass er es gern im fertiggestellten Zustand sähe.

Space Siedler gespielt 1 Teil 1: Wie man einen Spieleautor kennen lernt

Die Space-Siedler von Catan

Im darauffolgenden Jahr 1998 fand ich mich wieder auf der Spielemesse „Spiel ’98“ ein – neben Fotos von unseren ersten „Space-Siedler“-Partien hatte ich ebenfalls ein zweites Exemplar des Spiels im Rucksack, das ich Klaus bei dieser Gelegenheit übergeben wollte. Hier traf ich am Kosmos-Stand erstmalig seinen jüngsten Sohn Benjamin, der mir zu meiner großen Überraschung freudestrahlend erzählte, dass sein Vater ebenfalls an einer Weltraum-Umsetzung arbeitete. Hatten wir mit unserem „Space-Siedler“ etwa ungewollt einen Nerv getroffen? Wäre Klaus’ eigenes Projekt identisch zu unserem, oder etwa vielleicht sogar ein ganz neues Catan-Spiel?

Von ihm persönlich erfuhr ich dann, dass er natürlich Größeres im Sinn hatte; wir alle kennen das Spiel heute als „Die Sternenfahrer von Catan“, was ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht wissen konnte. Wie auch immer: Ich erhielt von ihm die Erlaubnis, unser „Space-Siedler“ im Rahmen meiner privaten Homepage dem Internet-Publikum vorzustellen. [1]

Beim nächsten Mal erzähle ich im zweiten Teil dieses Blogs davon, wie sich aus diesem losen Kontakt meine heutige Anstellung bei der Catan GmbH entwickelte.

Gero Zahn

[1] http://www.onlinepresence.de/Space-Siedler/

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